Drei Monate zucker-, gluten- und milchfrei. Zunächst unvorstellbar und dann doch ganz einfach. Fangen wir mit dem Zucker an.

Drei Monate zuckerfrei

Als ich meine Heilpraktikerin vergangenen September sagen hörte, ich solle die kommenden drei Monat komplett auf Zucker verzichten, war mir noch nicht wirklich bewusst, was dies bedeuten würde. Fest stand, der Gedanke gefiel mir so ganz und gar nicht.

Während der vorangegangen Schwangerschaft und Stillzeit war ich es gewohnt gewesen, essen zu dürfen, wonach es mit gelüstete. Mein Bedürfnis nach zuckerhaltigen Speisen war groß, wurde von Mal zu Mal größer. Meiner Figur schien dies nicht zu schaden und auch meine Blutwerte waren laut meinem Hausarzt gut. Dass Candida Alicans, ein im Darm vorkommender Hefepilz, sich regelrecht über den vielen Zucker freute und mir mit allerhand körperlicher Beschwerden dankte, damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet.

Nur wie sollte ich es anstellen, ausgerechnet in der Vorweihnachtszeit auf Zucker zu verzichten?

Zuckerfrei | Viel einfacher als gedacht

Direkt im Anschluss an meinen Besuch bei der Heilpraktikerin begann eine intensive Recherche- und Einarbeitungszeit. Dazu wollte ich zuallererst wissen, wie sich die vielen verschiedenen Zuckerarten unterscheiden und warum nicht jeder Zucker für meinen Körper gut ist. Kennt ihr einmal die Begrifflichkeiten wird euch schnell bewusst, dass die wenigsten Speisen ohne Zucker auskommen. Bis auf Zucker aus der reifen, unverarbeiteten Frucht entschied ich auf jegliche Zuckerarten (weiter unten findet ihr eine kurze Übersicht) zu verzichten.

Mit diesem Entschluss wurden Banane und Dattel zu meinem ausschließlichen Süßungsmittel für Getränke, Backwaren und Naschereien. Allein mithilfe dieser beiden süßen Früchte gelang es mir, meinen Heißhunger auf Süßes zu stillen und meinen Zuckerbedarf langsam auf Normalniveau zurückzufahren.

Und das sind meine Lieblingsrezepte, die sich mit wenigen Zutaten ruckzuck umsetzen lassen und einfach herrlich schmecken.

Zuckerfreie Naschereien: leckere Rezepte

Zuckerfrei_Rezepte für zuckerfreie Naschereien_Mandelmus_Schokolade

Zuckerfreie Naschereien | Damit kommst du durch die zuckerfreie Zeit

  1. Dattelsirup: aus Datteln und Wasser mixt du einen leckeren Dattelsirup
  2. Mandel- oder Erdnussmus: aus ganzen Mandeln bzw. Erdnüssen mixt du ein leckeres Mus
  3. Quinoa-Schokolade: hierfür brauchst du Dattelsirup, Kokosöl, Kakao, Salz und Quinoa (so lecker!)
  4. Mandel-Schokopralinen: du brauchst lediglich Mandeln, Datteln, Kakao, Mandelmus, Kokosöl- und flocken, Chia und Wasser (einfach himmlisch!)
  5. Schoko-Energie-Drink: aus Kakao, Kakao Nibs, Kokosöl und -mehl, Haferflocken, Banane und Milch mixt du einen köstlichen Power Drink (Rezept von Solo Coco)
  6. Haferflocken-Kekse: Ruckzuck-Kekse aus Banane, Haferflocken, Amaranth, Leinsamen, Datteln und Zimt

Naschen ohne Reue und mit dem guten Gefühl Gesundes zu genießen! So einfach kann zuckerfrei sein.

Zum Schluss | Die wichtigsten Zuckerarten und ihre Funktion

Unser Körper braucht Kohlenhydrate (und damit Zucker), denn Kohlenhydrate sind wie das Benzin für ein Auto. Sie liefern die Energie, die unser Gehirn aber auch unsere roten Blutkörperchen benötigen.

Gelangt Zucker in unseren Körper, schüttet die Bauchspeicherdrüse das Hormon Insulin aus. Dieses Hormon hat die wichtige Aufgabe, den Blutzuckerspiegel, der durch den Zuckerkonsum ansteigt, wieder auf ein normales Level zu bringen. Das Insulin transportiert den Blutzucker zu all jenen Zellen, die gerade Energiebedarf haben. Konsumieren wir zu viel Zucker, kommt die Bauchspeicheldrüse mit der Produktion von Insulin nicht mehr nach. Die Blutzuckerwerte steigen und die Zellen sind übersättigt. Diabetes ist nur eine mögliche Folge der Überzuckerung.

Nun ist häufig die Rede von gutem und schlechtem Zucker. Was damit gemeint ist, ist schnell erklärt. Guter Zucker, wie er in Obst und Getreide natürlich vorkommt, wird stets begleitet von wertvollen Vitaminen und Mineralstoffen. Schlechter Zucker ist raffinierter Zucker, der durch die industrielle Weiterverarbeitung seiner kostbaren Nährstoffe beraubt oder direkt künstlich hergestellt wurde.

Fünf Zuckeraten | Saccharose, Glucose, Fructose, Maltose, Lactose

Und hier sind sie, die fünf großen Zuckerarten, die allesamt auf -ose enden.

Saccarose

Damit gemeint ist der klassische Haushaltszucker, der aus Zuckerrohr oder Zuckerrübe gewonnen wird. Saccarose ist ein Zweifachzucker, der aus Glucose und Fructose besteht. Nochmals unterscheiden lässt sich Saccarose nach Aussehen und Art der Verarbeitung:

  • Weißer Zucker entsteht, indem der ursprüngliche Zucker solange raffiniert (gereinigt) wird, bis er komplett weiß und damit vitamin- und mineralienlos ist.
  • Rohrohrzucker ist Zucker, der einmal raffiniert wurde. Dadurch ist er meist ein wenig heller wie Vollrohrzucker und enthält weniger Vitamine.
  • Vollrohrzucker kommt ohne Reinigung aus und ist dank seiner Vitamine und Mineralstoffe ein wertvoller Energielieferant.
  • Brauner Zucker ist mit Karamell durchsetzter Industriezucker. Damit ist er mit klassischem weißen Zucker gleichzusetzen.

Glucose

Glucose kennen die meisten besser als Traubenzucker oder auch Dextrose. Als natürlich vorkommender Zucker in Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und Bienenhonig ist Glucose gut für uns.

Schlecht hingegen ist kommerzieller Traubenzucker, wie wir ihn an jeder Supermarktkasse finden. Dieser wird nicht aus Trauben sondern aus Stärke gewonnen und dies mithilfe von Mikroorganismen, die zumeist gentechnisch verändert wurden.

Fruktose

Gesunde Fruktose kommt auf natürliche Weise in Obst und Gemüse, in Honig und in Dicksäften vor. Aber auch aus Zuckerrohr gewonnener Zucker besteht zu einem großen Anteil aus Fruktose.

Ungesunde Fruktose wird ähnlich wie industrielle Glucose unter Zuhilfenahme von genmanipulierten Mikroorganismen gewonnen. Fructose wird zudem wesentlich schneller in Fett umgewandelt wie Glucose. Nicht nur deshalb sollte bei einer gesunden Ernährung weitestgehend auf Fertigprodukte verzichtet werden. Denn darin steckt meist eine Menge Fruchtzucker.

Maltose

Maltose dürfte den meisten eher als Malzzucker ein Begriff sein. Keimt Getreide entsteht auf natürliche Weise Maltose. Aufgrund seines karamelligen Geschmacks ist Maltose in vielen Lebensmitteln anzutreffen. Jedoch kommt Malzzucker wegen seiner geringen Süßkraft selten allein. So wird er entweder mit anderen Süßungsmittel verwendet oder aber es kommt direkt industriell hergestellter Malzzucker zum Einsatz, der wie Glucose und Fructose aus Stärke gewonnen wird.

Lactose

Lactose ist Milchzucker und meint das natürliche Kohlenhydrat in der Milch. Grundsätzlich ist Lactose gesund für den Körper, solange keine Lactoseintoleranz vorliegt.

Milchzucker muss erst aufgespalten und umgewandelt werden, bevor es verstoffwechselt werden kann. Dies wiederum bedeutet, dass wir über einen längeren Zeitraum portionsweise Energie zugeführt bekommen und daher nicht so schnell wieder Hunger verspüren.

Drei Monate zuckerfrei und dann?

Mit Bananen und Datteln lassen sich leckere Naschereien herstellen. Nur wird das Gebäck damit leider nicht sehr knusprig und viele Rezepte brauchen schlichtweg eine andere Zuckerart.

Mein Lieblingszucker: Kokosblütenzucker

Kokosblütenzucker wird aus dem Saft der Kokosblüte gewonnen. Zunächst wird der Saft durch Einkochen zum Kokosblütensirup.

Durch Erwärmung kristalliert der Zucker nach einer Weile und so entsteht durch das Mahlen der Kristalle gesunder, leicht karamellig schmeckender Kokosblütenzucker, mit dem es sich wunderbar Backen lässt.

Der Zucker aus der Kokosblüte belastet die Bauchspeicherdrüse nicht, weil er den Blutzuckerspiegel kaum in die Höhe treibt und er ist reich an wertvollen Mineralstoffen.

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