Damit die Welt von der Existenz deines Neugeborenen erfährt, heißt es direkt nach der Geburt: Baby anmelden! Wie und wo verrate ich dir.

Blogreihe: Stressfrei mit Baby durch den Bürokratie-Dschungel

Stilldemenz, Baby Blues oder einfach nur Schweben auf Wolke 7! In den ersten Wochen nach der Geburt sollte nur eines im Mittelpunkt stehen: dein Baby. Behördengänge sowie Seiten lange Anträge auf Elterngeld und Kindergeld werden in dieser kostbaren ersten Zeit zu einem leidigen Übel.

In der folgenden dreiteiligen Blogreihe werde ich dich Schritt für Schritt durch alle Formalitäten begleiten, die der Welt von der bevorstehenden Ankunft bzw. der Geburt deines Babys erzählen:

  1. Rechtliches: dein Baby anmelden
  2. Familienzeit: Mutterschutz und Elternzeit
  3. Finanzen: Anträge für Elterngeld und Kindergeld

Auf geht´s! Und keine Sorge, wenn du dich rechtzeitig mit der Mama-Baby-Bürokratie beschäftigst, ist alles im Handumdrehen erledigt.

Rechtliches: wer gehört zu wem?

Baby anmelden_Vaterschaft_Geburtsurkunde_nichtnurmama

Zu einer guten Geburtsvorbereitung gehört mehr, als das Besuchen von entsprechenden Kursen, die Anschaffung der wichtigsten Babyutensilien und das Packen der Kliniktasche. Am Tag deiner Entbindung tritt ein neuer Mensch in dein Leben. Welche Familie dieser neue Erdenbürger gewählt hat und wer in durch die Kindheit begleiten darf will von Anfang an richtig dokumentiert sein.

Die geschieht über die Vaterschaftserkennung und die Sorgeerklärung.

Die Vaterschaft

verheiratet: dein Ehemann zum Zeitpunkt der Geburt wird Vater

nicht verheiratet: eine Vaterschaftsanerkennung ist notwendig

in Scheidung: dein Noch-Ehemann wird als Vater eingetragen

Die Geburt anmelden_Vaterschaft_Sorgerecht_nichtnurmama.de

Bist du nicht mit dem biologischen Vater deines Kindes verheiratet, muss die Vaterschaft anerkannt werden. Dies ist vor oder nach der Geburt möglich, wobei eine Vaterschaftsanerkennung vor der Geburt den Vorteil hat, dass der Vater (1) in die Geburtsurkunde des Kindes eingetragen wird und von Anfang an (2) dieselben Rechte hat wie du als Mutter.

Um die Vaterschaft anerkennen zu lassen braucht es eine einvernehmliche Erklärung beider Elternteile. Der Vater muss also seine Vaterschaft anerkennen und die Mutter muss dieser Anerkennung zustimmen.

Hier kannst du die Vaterschaft anerkennen lassen:

  • Jugendamt (meist kostenlos)
  • Standesamt (meist kostenlos)
  • Amtsgericht (meist kostenlos)
  • Notar (Kosten entstehen, wenn parallel Beurkundungen z.B. des Nachnamens oder der Sorgerechtserklärung stattfinden)

Und das brauchst du dafür:

Personalausweis/Reisepass beider Eltern

Geburtsurkunde beider Eltern

Geburtsurkunde des Babys (nach der Geburt) bzw. Mutterpass (vor der Geburt)

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Das Sorgerecht

verheiratet: Mutter und Vater teilen sich automatisch das Sorgerecht

nicht verheiratet: die ledige Mutter erhält das Sorgerecht. Das Sorgerecht für den Vater muss extra beantragt werden.

in Scheidung: das gemeinsame Sorgerecht bleibt bestehen

Die Vaterschaftsanerkennung hat noch keinerlei Auswirkungen auf das künftige Sorgerecht. Eine Sorgerechtserklärung muss separat erfolgen. Am besten erledigt ihr dies gemeinsam mit der Vaterschaftsanerkennung. Das spart einen zusätzlichen Behördengang.

Hier wird die Sorgerechtserklärung abgegeben:

  • Jugendamt (meist gebührenfrei)
  • Notar (Kosten gemäß Gerichts- und Notarkostengesetz)

Und das brauchst du dafür:

Personalausweis/Reisepass beider Eltern

Geburtsurkunde beider Eltern

Geburtsurkunde des Babys (nach der Geburt) bzw. Mutterpass (vor der Geburt)

Die Geburtsurkunde

Nun hätten wir geklärt, wo dein Baby zuhause ist und in welcher Obhut es groß werden darf. Bleibt noch die Frage nach der Identität und des Namens deines Babys. Und dafür braucht es eine Geburtsurkunde.

Mit der Geburtsurkunde meldest du dein Kind direkt beim zuständigen Einwohnermeldeamt an.

Geburt anmelden_Geburtsurkunde_nichtnurmama.de

Die Geburtsurkunde ist das wichtigste Dokument für dein Baby. Damit meldest du dein Kind beim zuständigen Einwohnermeldeamt an. Später dann brauchst du sie für die Ausstellung eines Personalausweises oder Kinderreisepasses. Aber auch für Banken und Versicherungen legst du die Geburtsurkunde vor, solange noch kein weiteres Ausweisdokument vorhanden ist.

Hier beantragst du eine Geburtsurkunde:

  • Standesamt des Geburtsortes (ca. 10 Euro + 5 Euro je Kopie)

Und das brauchst du dafür:

Personalausweis/Reisepass beider Eltern

Geburtsbescheinigung vom Krankenhaus oder der Hebamme

Heiratsurkunde bzw. Erklärung über die Anerkennung der Vaterschaft

Tipp! Bringst du dein Baby in einem Krankenhaus zur Welt, kannst du meist direkt dort deine ausgefüllten Unterlagen einreichen. Das Standesamt wird dir Bescheid geben, sobald die Urkunde ausgestellt ist und abgeholt werden kann. Die meisten Standesämter schicken die Geburtsurkunde direkt zu dir nach Hause, sodass du entspannt dein Wochenbett benießen kannst.

Den Vornamen deines Kindes bestimmt, wer das Sorgerecht hat. Bist du allein sorgeberechtigt, entscheidest du über den Nachnamen. Teilst du dir das Sorgerecht mit dem Vater, trefft ihr gemeinsam die Entscheidung.

Über den Nachnamen entscheidet in erster Linie die Rechtssprechung.

 verheiratet: das Kind erhält den gemeinsamen Ehenamen

 nicht verheiratet: das Kind erhält den Nachname des Sorgeberechtigten, bei gemeinsamem Sorgerecht wird gemeinsam entschieden, ob das Kind den Namen der Mutter oder des Vaters bekommen soll. Ein Doppelname ist nach deutschem Recht nicht möglich.

Eine nachträgliche Namensänderung ist in Ausnahmefällen und unter Einhaltung bestimmter Fristen möglich. So kann eine Scheidung eine Namensänderung möglich machen. Hierzu fragst du am besten beim zuständigen Standesamt nach.

Ein Sonderfall tritt ein, wenn Mutter und Vater verschiedene Nationalitäten haben. Hier gibt es meist die Möglichkeit, sich für das Namensrecht eines der beiden Heimatländer zu entscheiden. In unserem ganz persönlichen Fall konnte wir zwischen dem deutschen und dem peruanischen Namensrecht wählen. Auch hierzu gibt das Standesamt Auskunft.

Der Wohnsitz und Ausweisdokument

Den ganzen rechtlichen Aufwand rund um dein Baby schließt du mit dem Gang zum zuständigen Einwohnermeldeamt ab. Denn dort wird dein Kind künftig als wohnhaft gelistet sein.

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In einem letzten Schritt musst du dein Kind der zuständigen Gemeinde bzw. Stadt registrieren lassen. In der Regel leitet das Standesamt die Nachricht über die Geburt deines Kindes automatisch an das Einwohnermeldeamt weiter. Rufe, nachdem du die Geburtsurkunde erhalten hast, am besten beim Einwohnermeldeamt an und frage nach, ob ein persönlicher Besuch notwendig ist.

Hier meldest du dein Neugeborenes an:

  • zuständiges Einwohnermeldeamt (kostenlos)

Und das brauchst du dafür:

Personalausweis/Reisepass beider Eltern

Geburtsurkunde (Original!)

Du möchtest die gemeinsame Elternzeit für Reisen ins Ausland nutzen? Dann beantrage am 1-2 Wochen vor der geplanten Reisen einen Kinderreisepass beim Einwohnermeldeamt. Der Kinderreisepass ist das allgemein gültige Ausweisdokument ab Geburt bis zum 12. Lebensjahr. Den Kinderausweis, wie wir ihn aus unserer Kindheit kennen, gibt es nicht mehr. Einen Kinderreisepass solltest du übrigens auch bei Reisen innerhalb der EU mit dir führen.

Einen ausführlichen Beitrag zum Thema Kinderreisepass findest du hier: Kinderausweis oder Kinderreisepass.

Wann braucht dein Baby/Kind einen Kinderreisepass?

Reisen außerhalb Deutschlands

Außereuropäische Reisen (Achtung! Hier gut informieren, denn nicht immer reicht hier ein Kinderreisepass)}

Der Kinderreisepass wird meist sofort aufgestellt. Vereinbare dazu am besten einen Termin beim Einwohnermeldeamt und stelle sicher, dass du auch alle Unterlagen rechtzeitig vorliegen hast. Diese nimmst du nämlich zu deinem Termin mit.

Wo beantragen?

  • zuständiges Einwohnermeldeamt (ca. 13 Euro bei Neuausstellung, ca. 6 Euro bei Verlängerung)

Und das brauchst du dafür:

aktuelles, biometrisches Lichtbild deines Kindes

Geburtsurkunde

Unterschrift des Partners, sollte dieser nicht bei der Antragsstellung gegenwärtig sein

Dein Baby/Kind (zur Identitätsprüfung)

Der Kinderreisepass sollte immer dann verlängert werden, wenn dein Baby/Kind sich so sehr verändert hat, dass es über das Lichtbild nicht mehr eindeutig identifizierbar ist.

Die Krankenversicherung

Auch dein Baby braucht eine Krankenversicherung.

Baby bei der Krankenkasse anmelden_nichtnurmama (1)

Auch die Krankenkasse möchte ihr neues Mitglied kennenlernen.

So meldest du dein Baby bei der Krankenversicherung an

gesetzlich versichert: rufe bei deiner Krankenversicherung an und bitte um ein Formular, über das du dein Baby in der Familienversicherung anmeldest

privat versichert: schließe für dein Baby binnen 2 Monaten nach Geburt einen Krankenversicherungsvertrag ab

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