Reflektionen zum Jahresausklang: wie wir mit unserer Marke gewachsen sind, was wir gelernt haben und was sind künftig ändern wird.

Mama Ocllo

Mama Ocllo ist als Marke während einer Busfahrt durch die chaotischen Straßen Limas entstanden. Damals, im Jahr 2012, war mein Studium noch sehr präsent in meinem Leben. Ich erinnerte mich gerne zurück an ein Projektstudium, bei dem ich mich intensiver mit den Gründungslegenden des Inkareichs beschäftigt hatte. Ich hielt einen Vortrag, in dem ich von Mama Ocllo und Manco Capac erzählte. Dies war wenige Zeit nach meinem ersten Peru-Aufenthalt gewesen.

Mama ist einfach zu merken – dachte ich mir – und Ocllo würde unsere erste Marke direkt mit unserem Produktionsland Peru verbinden. Damit sagte Mama Ocllo für mich bereits Vieles davon, was wir mit unseren künftigen Produkten vermitteln wollten. Mama Ocllo war Gründerin eines großen Reichs gewesen, genauso wie ich Gründerin eines eigenen kleinen Reichs – dem Reich unserer nachhaltigen Produkte – wurde. Mama Ocllo war Mutter eines großen Volkes, auch ich träumte vom Mamasein und davon, Mamas auf der ganzen Welt Zugang zu Perus wundervollen Naturmaterialien zu verschaffen. Nicht zuletzt war Mama Ocllo Lehrmeisterin, indem sie den Frauen ihres Volkes die Kunst des Webens beibrachte. Auch wir würden Stoffe weben lassen, ganz besondere Stoffe aus allerfeinster Pima-Baumwolle.

Mama Occlo, Mama Oklo, Mama Occolo

Was uns perfekt erschien, stellte sich leider über die Jahre als Zungenbrecher für unser Publikum, sogar für die Presse heraus. Dass es an der Aussprache haperte, damit könnte man wohl leben, aber die falsche Schreibweise trägt nicht gerade dazu bei, auf Google gefunden zu werden. Und wir sind nun einmal ein Onlinebusiness, das auf eine gute Auffindbarkeit angewiesen ist.

Bunte Strickmützen und warme Alpaka-Ponchos?

Hinzu kam, dass durch unseren starken Fokus auf Peru Produkte mit uns in Verbindung gebracht wurden, die rein gar nichts mit unseren feinen Baumwollprodukten zu tun haben: bunte Mützen, Alpaka-Ponchos, andine Webstoffe.

Mama Ocllo: unsere Lehrmeisterin

Wir haben sehr viel gelernt in den letzten 6 Jahren. Wir haben uns verändert und wir sind zu unserer eigenen Zielgruppe geworden.

Mama Ocllo wurde gegründet, als wir selbst noch keine Eltern waren. Unser Lebensstil war damals nur mäßig nachhaltig. Aber wir hatten klare Visionen, wo wir beruflich und privat hinwollten. Also haben wir einen Weg gewählt, der vielen zunächst befremdlich erscheinen mag. Wir haben eine Marke nach unseren Zukunftsvorstellungen geschaffen. Und so starteten wir in eine Selbstständigkeit, die zu unserem Lehrmeister wurde.

Wir lernten Vieles über Businesspläne, Strategien, Buchhaltung, Webseiten, Marketing und Grafikdesign. Wir fielen manchmal auf die Nase, nahmen aber jede Bauchlandung als Chance auf Veränderung. Und so wuchs Mama Ocllo. So wuchsen wir.

Es war eine hektische Zeit. Noch vom Studium geprägt waren wir wissbegierig und ehrgeizig. Pausen kannten wir kaum. Jeder Tag wurde zu einer Herausforderung. Wie organisiere ich mich, neben einem, später neben zwei kleinen Kindern? Wann erledige ich was, welche Prioritäten setze ich? Die gemütlichen Fernsehabende waren auf einmal passé. Einen Urlaub ohne Internetzugang gab es nicht mehr, ein Tag ohne Arbeit … beinahe unvorstellbar.

Zeit für einen Wandel … Zeit für Entschleunigung

Nach 6 Jahren nun wird es eine Veränderung bei uns geben. Mama Ocllo wird nur noch eine Randfigur darstellen, denn sie macht Platz für eine neue Marke. Wir haben uns verändert. Pläne haben wir nach wie vor viele, vielleicht sogar noch mehr als je zuvor, aber statt Beschleunigung werden wir künftig auf Entschleunigung setzen. Das Faultier, das mich über Jahre von meiner Pinnwand aus angähnte, wird nun untrennbarer Teil von uns und unserem Leben werden.

Es ist etwas am Entstehen, das unser Lehrmeister für die nächsten Jahre sein wird. In Sachen Nachhaltigkeit haben wir eine Menge gelernt und mittlerweile sind wir tatsächlich zu unserer eigenen Zielgruppe herangewachsen. Aber: um ein entschleunigtes, entspanntes Leben führen zu können, bei dem der Moment mehr zählt als die Pläne für die Zukunft, bei dem ein krankes Kind nicht gleich die gesamte Tagesplanung durcheinanderwirbelt und mich an den Rande des Nervenzusammenbruchs bringt … um so zu leben müssen wir noch eine ganze Menge lernen.

Eine Marke also, die einen tagtäglich begleitet, kann zum besten Lehrmeister werden. Denn eine Marke hat klar definierte Visionen und Wertvorstellungen. Bei uns haben diese Visionen sehr viel mit uns persönlich zu tun.

Neugierig geworden? In Kürze stellen wir euch Mama Ocllos Nachfolger vor.

Happy New Year!

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