„Willst du dir das wirklich antun? Eine Fernreise mit Kleinkind. Mit der Zeitverschiebung quälst du dich und dein Kind doch bloß.“ Lasst euch nicht verunsichern. Hier ein paar Tipps, wie ihr das Jetlag spielend meistert.

Keine Fernreise ohne Jetlag, na und?

Seit der Geburt von Miguel (5) fliegen wir einmal im Jahr als Familie nach Peru. Bei seinem ersten Flug war Miguel gerade einmal ein halbes Jahr alt. Auch Lisandro (1) durfte dieses Jahr bereits zum zweiten Mal seinen peruanischen Opa besuchen.

Und ja, wir kennen es, das Jetlag, das vielen Eltern so großen Sorgen bereitet. Aber sollte einen die Zeitverschiebung wirklich vor Langstreckenflügen abhalten? Einmal ganz ehrlich, unruhige Nächte kennen wir Eltern doch alle. Recht viel schlimmer kann es doch im Urlaubsland auch nicht werden; mit dem Unterschied, dass wir dort vermutlich von Haus aus entspannter sind und den veränderten Rhythmus spielerischer akzeptieren.

Jetlag, was ist das eigentlich?

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Wir alle tragen eine „innere Uhr“ in uns. Bei Erwachsenen funktioniert diese meist besser als bei Babys, die anfangs noch keinen klaren Tag- und Nachtrhythmus haben. Doch bereits kleine Kinder wissen intuitiv, wann es Zeit zum Aufstehen und zum Schlafengehen ist; auch wenn das natürlich nicht immer bedeutet, dass sie sich an diesen Rhythmus anpassen möchten.

Bei einem Langstreckenflug werden häufig mehrere Zeitzonen passiert. 12 Stunden Flug können also schnell einmal 6-7 Stunden Zeitschiebung im Zielland bedeuten. Statt 8 Uhr morgens deutet der Stundenzeiger plötzlich auf 2 Uhr nachts. Die 12 Stunden Flug reichen dabei nicht aus, um den Körper auf die neue Zeitzone einzustellen.

Übrigens, Babys kennen meist kein Jetlag. Sie schlafen wenn sie müde sind und wachen auf, wenn sie ausreichend Energie getankt oder Hunger haben. Anders ist dies bei Kindern, die die Veränderung sehr wohl spüren. Deshalb konzentriere ich mich in diesem Beitrag bewusst auf Kleinkinder.

Tipps für einen entspannten Start in eine neue Zeitzone

Manche Experten raten dazu, die Kinder bereits während der Reisevorbereitungszeit zuhause langsam auf die veränderte Zeitzone vorzubereiten. Wir haben dies ehrlich gesagt nie getan, weil insbesondere die letzte Woche vor der Abreise ein wenig turbulent und hektisch ist. Da hätte ein verändertes Schlaf- und Aufwachverhalten der Kinder nur zu noch mehr Unruhe geführt.

Aber es soll hier ja nicht um die Tipps gehen, die wir nicht befolgen, sondern vielmehr um jene, die uns bisher gut durch die Zeitverschiebung gebracht haben.

Jetlag-Tipp 1 | Die richtige Flugverbindung

Reise in den Westen (Amerika, Südamerika): wählt eine Flugverbindung bei der ihr abends, zur gewohnten Bettgehzeit, am Zielort ankommt.

Reise in den Osten (Asien, Australien): wählt einen Nachtflug, sodass ihr (im besten Fall!) ausgeruht am Zielort ankommt.

Kurze Erklärung dazu. Bei Fernreisen in den Westen bekommen wir Stunden geschenkt. Dies erleichtert die Umstellung, da wir die ersten Tage etwas gemütlicher angehen können. Unser Körper reagiert entspannter auf die Veränderung. Wir kommen abends an, schlafen uns erst einmal aus und können dann aufgetankt in den ersten Urlaubstag starten.

Anders im Osten, wo sich der Tag schlagartig verkürzt. Das verwirrt und wirft viele Reisende erst einmal ganz schön aus der Bahn. Hier macht es Sinn, mit vollen Batterien am Zielort einzutreffen und gleich in einen hoffentlich sonnigen Tag zu starten. Die Sonne belebt und trägt am ehesten dazu bei, dass unsere „innere Uhr“ schnell wieder richtig tickt.

Jetlag-Tipp 2 | Plant genug Zeit ein

Fernreisen mit Kleinkindern sollten einen weitgespannten Zeitrahmen haben. Die ersten Urlaubstage werden – dem Jetlag sei Dank – einem ganz eigenen Rhythmus folgen. Die Nächte werden mal länger, mal kürzer sein. Auch die Darmtätigkeit arbeitet manchmal nicht ganz so wie gewohnt. Erst wenn das Jetlag überwunden ist, werdet ihr Lust auf größere Abenteuer und Ausflüge bekommen.

Aber auch bei der Heimreise solltet ihr nach hinten Luft haben. Legt den Reisezeitraum also, wenn möglich, so, dass ihr in beide Richtungen ein paar Tage für die Zeitumstellung einrechnet.

Meine Empfehlung: nutzt die Zeit vor der Einschulung und nehmt euch insgesamt nicht weniger als 3-4 Wochen Zeit.

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Jetlag-Tipp 3 | Wach bleiben trotz Müdigkeit

Ihr werdet in den ersten Tagen immer wieder das Bedürfnis nach Schlaf verspüren. Versucht diesem Bedürfnis nicht immer sofort nachzugehen, denn damit bringt ihr eure „innere Uhr“ komplett aus dem Rhythmus.

Geht mit den Kindern an die frische Luft oder ins Schwimmbad. Luft und Wasser machen wach. Allerdings sollten die ersten Ausflüge ganz entspannt ausfallen. Es geht nur darum, dem Körper zu helfen, langsam wieder ins Gleichgewicht zu kommen.

Versucht euch zu Zeiten auszuruhen, wie ihr sie von Zuhause gewohnt seid. Dies gilt für Erwachsene und Kinder gleichermaßen.

Jetlag-Tipp 4 | Viel Trinken und Essen

Eine Zeitreise verlangt unserem Körper eine Menge ab. Eine ausreichende Energie (Kohlenhydrate)- und Wasserzufuhr gibt Kraft und erleichtert die Umstellung.

Jetlag-Tipp 5 | Der Zeit ihre Zeit lassen

Versucht nichts zu überstürzen. Jeder Körper reagiert anders. Seid geduldig und nehmt die verschiedenen Reaktionen spielerisch hin.

Hey, ihr habt Urlaub. Einmal im Jahr dürft ihr euren ganz persönlichen Rhythmus finden, ohne Wecker und Terminen. Umso lockerer ihr mit dem Jetlag umgeht, desto schneller wird es auch wieder in der Zeitmaschine verschwinden.

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