Weiter geht unsere Reise durch Deutschland nach Hannover, Niedersachsen. Hebamme Anna Thiele erzählt euch ein wenig zum Thema Hausgeburt.

Hausgeburt und Wochenbettbetreuung

Hebamme Anna lebt und arbeitet im schönen Hannover, wo sie sich vor 6 Jahren selbstständig gemacht hat und seither Familien betreut. Seit kurzem begleitet Anna Hausgeburten, weshalb meine erste Frage an dich, liebe Anna, gleich passend zum Thema ist.

Eine werdende Mama ruft dich an, weil sie sich für ihr zweites Kind eine Hausgeburt wünscht. Unter welchen Voraussetzungen kannst du eine Hausgeburt mit gutem Gewissen empfehlen?

Eine Hausgeburt kann ich vor Allem nur dann empfehlen, wenn man auch wirklich dahinter steht. Es ist wichtig sich klar zu machen, was das bedeuten kann und was die Unterschiede zu einer Klinikgeburt sind. Unter Umständen muss man sich dem Umfeld gegenüber auch rechtfertigen. Es sollte natürlich auch eine gesunde komplikationsarme Schwangerschaft sein. Alles in allem würde ich aber jede Frau erstmal darin bestärken und unterstützen J

Was hat dich eigentlich dazu bewegt, dich zur Hebamme ausbilden zu lassen?

Es gab kein wirkliches Schlüsselerlebnis. Ich habe 2 Brüder, die 11 Jahre jünger sind und ich wusste also schon sehr früh, was Hebammen so tun, denn auch zu uns kam eine tolle Hebamme. Ein Praktikum hat mich dann komplett überzeugt und ich habe mich direkt beworben. Zum Glück erfolgreich.

Was würdest du sagen, welche besonderen Fähigkeiten bringen Hebammen abseits vom medizinischen Wissen mit?

Hebammen sind empathische Begleiterinnen, die neben Handwerk, medizinischem Wissen und Erfahrung auch einfach jede Menge Verständnis mitbringen. Jede Frau ist anders, hat unterschiedliche Bedürfnisse und sollte auch so einzigartig wahrgenommen werden. Das fehlt mir manchmal in der schematischen Schulmedizin.

Magst du uns von einem Erlebnis aus deiner Arbeit als Hebamme erzählen, das dich besonders bewegt hat?

Oh je, da gab es schon so einige. Über jeden aufrichtigen Dank und das Gefühl, wirklich etwas bewegt und bewirkt zu haben in den Familien freue ich mich jedes Mal wieder. Und wenn man dann auch für die 2. oder 3. Schwangerschaft angefragt wird, ist das das tollste Kompliment.

Was müsste passieren, damit sich wieder mehr Frauen für eine Hebammen-Ausbildung entscheiden?

Zum Glück sind Hebammenanwärterinnen oft sehr ambitioniert und stehen mit ganzem Herzen dahinter, denn die Bezahlung oder die Arbeitsbedingungen sind es mit Sicherheit nicht, die einen locken.

Es sollte fair honoriert werden, politisch muss sich deutlich mehr eingesetzt werden, damit wir Hebammen nicht ständig für alles kämpfen müssen, was für andere Berufsgruppen oder in anderen Ländern selbstverständlich ist.

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