Heute besuchen wir Hebamme Pia Heusler in Lüdenscheid, Nordrhein-Westfalen. Pia wird uns verraten, was ihr tun könnt, wenn eure Babys beim Essen einfach nicht still sitzen wollen und demzufolge nur schwer satt zu bekommen sind.

Familienhebamme mit Schwerpunkt Teenagerbetreuung

Seit 11 Jahren ist Pia Heusler (34) Hebamme. Mit Herz und Seele begleitet sie Familien vom positiven Schwangerschaftstest bis zum Ende der Stillzeit. Seit 8 Jahren ist sie als Familienhebamme tätig und betreut in erster Linie Teenagermütter.

Aktuell genießt Pia noch die Elternzeit ihres eigenen Babys, das vor einem Jahr das Licht der Welt erblickte.

Von Hebamme Pia wollte ich wissen, was sie Eltern rät, deren Baby beim Essen einfach nicht still sitzen will und daher schwer satt zu bekommen ist.

Liebe Pia, eine junge Mutter ruft dich an, weil ihr 11 Monate altes Baby beim Essen einfach nicht ruhig sitzen bleiben will und in Folge dessen nur schwer satt zu bekommen ist. Was rätst du ihr, was kann sie tun, um für einen entspannteren Familientisch zu sorgen?

Wenn Kinder laufen lernen oder eine andere Art der Fortbewegung erproben, rückt Essen und ganz besonders das Essen am Tisch häufig in den Hintergrund. Für die Eltern heißt das oft stressige (laute/unruhige) Tischmahlzeiten. Ich würde das Kind nicht dazu zwingen am Tisch zu bleiben, sondern es rechtzeitig laufen lassen, da das Explorationsbedürfnis einfach gestillt werden muss. Helfen wird Brot/Obst oder Wurst auf die Hand und eine weitere Stillmahlzeit/Flaschenmahlzeit, da dabei die Kinder nichts Neues erlernen (wie beim Essen am Tisch), sondern Ruhe und Entspannung auftanken.

Was hat dich eigentlich dazu bewegt, dich zur Hebamme ausbilden zu lassen?

Bei mir war es eine Entwicklung auf der Suche nach einem Beruf, der Soziales und Medizin verbindet. Während der Ausbildung habe ich manchmal noch an mir gezweifelt, erst als ich selbstständig als Hebamme gearbeitet habe, bin ich angekommen.

Was würdest du sagen, welche besonderen Fähigkeiten bringen Hebammen abseits vom medizinischen Wissen mit?

Als Hebamme muss ich mich auf Menschen aus unterschiedlichen Ländern, sozialen Schichten und Bildungsschichten, unabhängig von eigenen Sympathien einstellen können, um sie in der Ausnahmesituation „Familie werden“ gut zu begleiten.

Magst du uns von einem Erlebnis aus deiner Arbeit als Hebamme erzählen, das dich besonders bewegt hat?

Ich habe eine 18-jährige Mama betreut, die in der 25. SSW ein kleines Mädchen zur Welt gebracht hat. Dieses Mädchen hatte einen sehr schweren Start ins Leben und ist schwerstbehindert. Die Mama hat nie geklagt oder bereut, sondern immer mit Stolz und voller Liebe über ihr Mädchen gesprochen und sie hat die Hoffnung nie verloren.

Was müsste passieren, damit sich wieder mehr Frauen für eine Hebammen-Ausbildung entscheiden?

Ich war eine von 2000 Bewerberinnen auf 20 Plätze.  Das war vor 14 Jahren. Die Wertschätzung für Berufe im Gesundheitswesen ist weniger geworden, sowohl die Bezahlung als auch die gesellschaftliche Wertschätzung sollte sich verändern. Und die Belastung rund um die Haftpflichtversicherung muss politisch geklärt werden.

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