Backen ohne Zucker, geht das? Schmeckt das überhaupt? Hebamme Nicola weiß um die Macht von Zucker auf kleine Kinder. Heute verrät sie euch ganz einfache Tricks wie ihr Plätzchen und Muffins natürlich süßt.

Mit Zucker belohnen

„Warst du auch schön brav?“ Nicht nur der Nikolaus, der den meisten kleinen Kindern erst kürzlich einen Besuch abstattete, stellt diese Frage und belohnt sie, wenn sie mit Ja beantwortet wird, mit süßen Leckereien. Auch wir Eltern neigen dazu, unsere Kinder mit Süßigkeiten zu belohnen. „Wenn du dein Zimmer aufräumst, dann bekommst du ein Gummibärchen!“ Jaja, wenns doch so einfach geht.

Aber manchmal ist es dann doch ratsam, einen schwierigeren Weg zu gehen, der uns mehr Kreativität und Nerven abverlangt als die ach so wirkungsvolle Belohnungsstrategie. Hebamme Nicola spricht hier von einer „Entkettung von Liebe und Zucker“. Klingt kompliziert, meint aber letztendlich nur, dass wir es uns nicht zur Gewohnheit machen sollten, mit Zucker Liebe zu schenken.

Weniger Zucker und genauso lecker

„Bei jedem Rezept können locker 1/3 des Zuckers weggelassen werden“, davon ist Nicola überzeugt. Noch besser sei es allerdings gänzlich ohne konventionellen Haushaltszucker zu backen.

Bestes Beispiel dafür sind Nicolas Haferflockenkekse, die wir selbst bereits ausprobiert haben und die wir gerne weiterempfehlen. Für die ganz Kleinen reicht es hier grobkörnige Haferflocken mit einer reifen Banane zu vermengen. Größere Kinder können nach Belieben ihr ganz persönliches Lieblingsrezept daraus zaubern, indem sie z.B. Mandelsplitter, Rosinen, Chia oder auch gepopptes Amarant untermengen.

Kinder helfen übrigens unheimlich gerne in der Küche und selbstgebackene Kekse schmecken gleich viel besser als gekaufte, da spielt die Süße nicht selten eine nachgeordnete Rolle.

Natürlich süßen mit ganzen Früchten

Gewöhnlicher Haushaltszucker lässt sich übrigens ganz einfach durch eine gesunde Süße ersetzen. Der Klassiker ist hier wohl die Banane. Aber auch selbst hergestellter Dattelsirup eignet sich dafür wunderbar.

Rezept für Dattelsirup: 100g Datteln und 100ml Wasser vermengen, pürieren, fertig!

Der Vorteil dieser natürlichen Süße ist es, dass es sich um keinen Auszug handelt, wie es bei Ahornsirup und Agavendicksaft der Fall ist. Das ganze Produkt wird zum Süßen verwendet. Das ist gesund und kann leicht verstoffwechselt werden.

Zucker für knuspriges Gebäck

Bananen und Datteln eignen sich wunderbar als Zuckerersatz. Einziger Nachteil: Plätzchen und Kekse werden damit nicht so richtig knusprig.

Wer also nach einer gesunden Alternative für knuspriges Gepäck sucht, der wird bei Kokosblütenzucker fündig. Kokosblütenzucker ist um einiges teurer als gewöhnlicher Haushaltszucker. Ein Nachteil?

Eine Frage der Wertigkeit

Backen ohne Zucker Plätzchen Hebamme
Image created by Senivpetro

Eben nicht. Alles was teurer ist, wertschätzen wir umso mehr. Weißen Backzucker finden wir für 60 oder 70 Cent in jedem Supermarkt. Beim Backen geht es dann häufig nicht so genau. Ob nun 20 oder 30g mehr in die Backschüssel wandern, spielt doch keine Rolle, macht es schließlich preislich keinen Unterschied.

Kaufen wir hingegen einen teureren Zucker, werden wir automatisch genauer auf die Dosierung achten. Wir werden dazu tendieren, weniger Zucker zu verwenden als gewöhnlich und wir werden erkennen, dass Zucker ein kostbares Gut ist.

Entscheiden wir uns also für den teureren Kokosblütenzucker tun wir nicht nur unserer Gesundheit etwas Gutes, sondern beginnen wir das Produkt Zucker aus einem ganz anderen Blickwinkel zu betrachten. Und das ist doch letztlich nichts anderes wie bei Kleidung, die wir uns zulegen. Kostet das Kleid mehr, weil es aus nachhaltiger Produktion stammt, werden wir es ganz anderes pflegen und hüten als wenn es sich „nur“ um ein Kleid handelt, das wir bei Kik für 5 Euro ergattert haben.

Eine gesunde Ernährung hat somit immer auch direkt mit einem bewussten Umgang mit unseren Ressourcen zu tun. Und warum nicht beim Zucker anfangen?

Facts rund um das Thema Zucker

Zu guter Letzt noch ein paar Facts rund um das Thema Zucker, die Nicola euch mit auf den Weg geben möchten:

  • Empfehlung der WHO: 25g Zucker/Tag/Erwachsener
  • Fruktose klingt gesund, ist aber noch schwerer zu verstoffwechseln wie gewöhnlicher Haushaltszucker: Vorsicht also vor Lebensmitteln mit der Aufschrift „gesüßt mit natürlicher Süße aus Früchten“
  • Erythrit wird gerne als gesunder Zuckerersatz beworben, ist jedoch für Kinder unter 3 Jahren ungeeignet

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Quelle: sämtliche fachliche Informationen dieses Beitrags habe ich unserem Facebook Live Chat entnommen.

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