Leoni Hachmann studiert Hebammenwissenschaft in Lübeck. Warum sie künftig als Geburtsbegleiterin arbeiten möchte, erzählt sie uns im Interview.

Duales Studium Hebammenwissenschaft

Leoni Hachmann hat sich für ein duales Studium in Hebammenwissenschaft entschieden und dies obgleich damit einige Strapazen verbunden sind. Für den theoretischen Teil ihres Studiums ist die angehende Hebamme an der Universität Lübeck immatrikuliert. Ihre praktische Ausbildung hingegen findet im 110km entfernten Rendsburg statt. Begeistert ist Leoni über diese Regelung nicht, doch steht ihr Berufswunsch Hebamme im Vordergrund, sodass sie diesen Spagat in Kauf nimmt.

Ihr großer Wunsch ist es, künftig die Pforten einer eigenen Hebammenpraxis in ihrem Heimatdorf Kleinboden zu öffnen.

Erfahrt, welche Motivation hinter Leonis Studium steht.

Liebe Leoni, warum möchtest du Hebamme werden?

Ich glaube, das ist eine Frage, die kaum zu beantworten ist. Hat nicht jeder der Hebamme/Entbindungspfleger geworden ist, es gerade wird, oder werden will tausende Gründe?

Ich denke in jedem Fall, dass ich dazu berufen bin. Es ist der einzige Beruf, den ich mir für mein Leben vorstellen kann. Ich bin besonders verliebt ins Wochenbett. Was für eine wundervolle und irgendwie auch komplizierte Zeit. Ich bin mir sicher, dass ich dort am besten aufgehoben bin und gar nicht mal so in der praktischen Geburtshilfe, wobei ich diese auch grandios finde.

Letztendlich finde ich es toll, mit Menschen zu arbeiten, ihnen Glück zu schenken, sie zu begleiten wenn es mal schwer wird, einfach da zu sein, medizinisches Fachwissen zu haben, jeden Tag etwas Neues zu erleben, hart zu arbeiten, auch mal durch den Kreißsaal zu schlendern wenn nichts los ist, Erinnerungen zu schaffen. Kurz gesagt: Hebamme zu sein.

Warum glaubst du, dass eine Hebammenbetreuung wichtig ist?

Ich glaube, dass eine GUTE Hebammenbetreuung wichtig ist. Es gibt momentan Betreuung durch Hebammen, aber ist diese so wie sie sein sollte? Nein. Kann man das ändern? Definitiv!

Ich denke besonders eine gute Ausbildung ist der Schlüssel zum Glück.

Ich gehe mal gar nicht auf den jederzeit diskutierten Hebammenmangel ein, sondern darauf, dass es so viel falsches Fachwissen und ungesundes Handeln in der Geburtshilfe gibt. Ich bin froh zu studieren und zu hinterfragen was ich tue und was in den Büchern steht, oder eben das, was meine Kollegin gerade versucht mir beizubringen. Eine richtige Betreuung ist letztendlich wichtig um Mutter und Kind so gesund wie möglich zu halten. Körperlich und psychisch.

Wie stellst du dir deinen künftigen Alltag als Hebamme vor?

Zuhause in meiner eigenen Praxis eine gute Betreuung schaffen. So chaotisch und liebenswert wie ich halt bin. Ich möchte meine zukünftige Familie trotz eines zeitfressenden Berufs immer bei mir haben, deswegen habe ich diesen Traum.

Welche Hoffnung hast du, was die Zukunft des Hebammenberufes in Deutschland angeht?

Ich habe so viele Hoffnungen für und in diesen Beruf. Ich kann dazu nur sagen, dass ich genervt bin von der Situation wie sie ist. Und auch genervt immer wieder mit Halbwissenden darüber zu diskutieren. So gemein das auch gerade klang – es ist anstrengend. Trotzdem entscheide ich mich ganz bewusst für diesen Beruf. Der Mangel, die Bezahlung, die Versicherungen, das Belegsystem und seine Betreuung … für all das gibt es Lösungen und sollten nicht bald welche gefunden werden, müssen wohl noch mehr Hebammen in die Politik, obwohl es nicht das ist, was wir wollen (ich schließe nun mal kurz von mir auf andere). Denn was Hebammen wollen, ist einfach nur Hebamme sein und die Welt ein kleines bisschen verbessern.

Hebammenstudetin Leoni spricht über ihren Traumberuf

Connect with: Hebammenstudentin Leoni Hachmann aus  Isabell Schröder aus Nordrhein-Westfalen

Instagram: @hebammewerden

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