Mit dem Abstillen muss sich auch der Hormonhaushalt neu sortieren. Periorale Dermatitis kann als Folge der Hormonumstellung in Erscheinung treten. Die Ursachen liegen jedoch meist woanders.

13 Monate Stillzeit | Zeit für eine Veränderung

Nach 13 Monaten intensiver Stillzeit war für mich – wie damals bereits bei meinem Erstgeborenen Miguel – der Zeitpunkt gekommen, um Lisandro langsam von meiner Brust zu entwöhnen. 10 Monate hatte ich voll gestillt, 3 weitere Monate nach Bedarf. Wie bei Miguel begannen die Nächte mit Vollendung des ersten Lebensjahres anstrengender zu werden. Alle 1,5 bis 2 Stunden wurde Lisandro wacht und verlangte nach Milch.

Da mein Körper durch das häufige Anlegen sehr viel Milch produzierte, fing ich an, Salbeitee zu trinken; ein Fehler wie sich im Nachhinein herausstellen sollte. Salbeitee verändert den Geschmack der Muttermilch und macht sie einfach ungenießbar. Enttäuscht wies Lisandro daher teils bewusst meine Brust zurück. Das tat meiner Seele weh, denn aus dem Plan langsam die Milch zu reduzieren, um meinen Sohn sanft zu entwöhnen wurde ein sehr rasantes Abstillen.

Rückblickend hätte ich es anders gemacht, doch zu Schaden ist glücklicherweise keiner von uns gekommen und Papa freute sich, dass er über das Milchfläschen nun endlich auch einmal die Chance bekam, seinen Lisandro ins Bettchen zu bringen.

Soviel zum Thema Abstillen. Eigentliches Thema dieses Beitrags soll die Hormonumstellung nach dem Abstillen sein, die mir eine periorale Dermatitis bescherte und meinen Ernährungsplan komplett auf den Kopf stellte.

Abstillen und Periorale Dermatitis

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Während der Stillzeit hatte ich stets schöne, rosige Haut, wie dies bei den meisten Mamas der Fall ist. Auch körperlich fühlte ich mich wohl. Wären also die kurzen Nächte nicht gewesen, hätte nichts gegen einen längeren Stillzeitraum gesprochen.

Vom Abstillen erhoffte ich mir entspanntere Nächte und ein wenig mehr Freiraum für mich. Doch hier habe ich mich verrechnet. Lange, erholsame Nächte kenne ich nach wie vor nicht und die wiedergewonnene freie Zeit verbrachte ich bei meiner Heilpraktikerin, beim Durchforsten von Bioläden und in der Küche.

Mit dem Abstillen bekam ich plötzlich eine sehr schlechte Gesichtshaut. Ekzeme und trockene Stellen ließen den Blick in den Spiegel zu einem unangenehmen Erlebnis werden. Und so begann ich zu recherchieren und zu experimentieren. Meine Eigendiagnose lautete: periorale Dermatitis.

Die als Stewardessenkrankheit bekannte Form der Dermatitis wird meist auf eine Überpflegung der Haut zurückgeführt. Da ich kaum Kosmetika verwende, die Symptome aber übereinstimmten, blieb nur die Vermutung, dass meine Hautprobleme auf die Hormonumstellung nach dem Abstillen zurückzuführen seien.

Besuch bei der Heilpraktikerin

Zum Dermatologen wollte ich nicht gehen, denn ich wusste genau, dass ich der Versuchung mit cortisonhaltigen Präparaten die periorale Dermatitis zu behandeln, kaum widerstehen könnte; und dies obgleich ich wusste, welche Langzeitschäden Cortison auf den Körper haben kann. Aber in diesem Fall suchte ich in erster Linie eine schnelle Lösung für mein Problem.

Also vereinbarte ich einen Termin mit einer renommierten Heilpraktikerin, die sich auf Hormonumstellungen und Stoffwechselstörungen spezialisiert hat.

Die Diagnose

  • Candida albicans (Auswirkung auf das Hautbild und auf ein schlechtes Immunsystem)
  • Gestörter Säure-Basen-Haushalt
  • Glutenunverträglichkeit
  • Milchunverträglichkeit
  • Starker Zinkmangel
  • Hohe Aluminiumbelastung

Die Therapieform

  • 3 Monate absoluter Verzicht auf Zucker, Gluten und Milch
  • Einnahme einer langen Liste an Präparaten zur Darmsanierung und zur Stabilisierung des Säure-Basen-Haushalts

Drei Monate ohne Zucker, ohne Weißbrot, ohne Käse und dies in der Vorweihnachtszeit? Um ehrlich zu sein, zog mir dies kurzzeitig den Boden und den Füßen weg. Zwar hatte ich bereits lange mit dem Gedanken gespielt, meine Ernährung komplett auf vegan umzustellen, doch fehlten mir schlichtweg die Kenntnisse dafür.

Periorale Dermatitis Therapie_nichtnurmama

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Vegetarierin den Tieren, nicht mir zuliebe

Seit meinem 11. Lebensjahr lebe ich fleisch- und fischfrei. Ich hatte diesen Weg aus ethischen Gründen gewählt, den Tieren zuliebe.

Bis dato fuhr ich damit auch ganz gut. Blutuntersuchungen zeigte keinerlei Mangelerscheinungen und physisch gesehen war ich fit gewesen. Ich sah also keinen Grund dafür, mich intensiver mit Kochrezepten und einer vegetarischen Ernährung an sich auseinanderzusetzen. Ich wusste, dass ich dies früher oder später tun sollte, aber ihr wisst ja wie das ist: es gibt immer etwas, das wichtiger ist. Zumindest solange bis der Körper nicht mehr mitspielt.

Während der Stillzeit stieg mein Zuckerkonsum auf der dreifache der gewohnten Menge. Zwei bis drei Eiskugeln am Tag, eine Pizza vorm Zubettgehen, ich aß gefühlt den ganzen Tag und die Pfunde purzelten trotzdem. Der hohe Milchbedarf meiner Jungs schenkte mir die Freiheit zweimal im Leben zu Essen, wie es mir beliebte, ohne auf die Kalorien zu schauen.

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Die Retourekutsche | Verklebte Zellen und Entgiftung über die Haut

Als hätte ich unbewusst schon lange auf diesen Wink mit dem Zaunpfahl gewartet, wurde aus dem ersten Schreck eine willkommene Veränderung. Endlich musste ich mir Zeit für mich und meinen Körper nehmen, endlich durfte es keine Ausreden mehr geben.

Und was soll ich sagen, ich bin meiner Haut einfach nur dankbar dafür, dass sie reagiert hat. Seit nun mehr 4 Monaten ernähre ich mich endlich so, wie ich es schon lange hätte tun soll. Ich stehe 3-4 Stunden täglich in der Küche, habe Spaß daran, meine Milchalternativen selbst zuzubereiten, mein Brot frisch zu backen und mich immer wieder an neuen leckeren Kuchenrezepten zu versuchen: glutenfrei, zuckerfrei, milchfrei.

Dank Ernährungsumstellung und Darmsanierung (inkl. regelmäßiger Darmspülungen) ist mein Körper mittlerweile wieder im Gleichgewicht. Meine Haut wird wohl noch ein wenig Zeit brauchen, um zu ihrem ursprünglichen Zustand zurückzufinden, doch der Weg ist der richtige.

Ich möchte diesen Beitrag als eine kleine Einführung in das Thema Hormonumstellung und Entgiftung nach der Stillzeit nutzen, denn ich weiß, dass ich nicht die Einzige bin, die urplötzlich die Diagnose Periorale Dermatitis erhalten haben.

Nach und nach werde ich euch meine Selbstversuche, Rezepte, Erfolgserlebnisse und Misserfolge verraten. Und vielleicht ist der eine oder andere Tipp hilfreich für euch und euer eigenes Wohlbefinden. Denn letztlich gibt es doch nichts Wichtigeres als eine gesunde Mama, die sich wohlfühlt in ihrem Körper, meint ihr nicht?

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