112 – Hilfe, mein Kind hat eine Zecke! Nicht immer brauchst du den Arzt und doch ist Vorsicht geboten, denn diese Gefahren lauern in der Zecke.

Ein Zeckenbiss, wie gruselig

Acht winzige Beine krabbeln über die zarte Kinderhaut, solange bis sie ein schmackhaftes Plätzchen gefunden haben, in das es sich lohnt die Bohrwerkzeuge zu aktivieren. Ein ausgeklügelter Stech- und Saugapparat arbeitet sich durch die Hautschichten nach innen vor, auf der Suche nach Blut. Eine Art integriertes Saugrohr macht sich schon nach Kurzem, einem Vampir gleich, an die Arbeit.

Dein Kind wird die Zecke nicht spüren, denn sie hat das passende Betäubungsmittel im Gepäck, um die Einschnittstelle zu narkotisieren. Und während sie sich genüsslich vollsaugt, kommt es vor, dass gefährliche Viren oder Bakterien über die Zecke in den Körper deines Kindes gelangen. Diese gefährlichen Erreger haben einen Namen: FMSE oder Borreliose.

Gefährliche Viren übertragen FMSE

Gefahr Zeckenbiss: FMSE und Borreliose

Frühsommer-Meningoencephalitis (FMSE) ist eine grippeähnliche Virusinfektion – ausgelöst durch den FMSE-Virus -, die in manchen Fällen zu einer Hirnhautentzündung führen kann. Übertragen wird der Virus in erster Linie durch infizierte Zecken, konkreter also einem Zeckenbiss.

Die Gefahr einer FMSE-Infektion ist sehr gering, da nur wenige Zecken den Virus in sich tragen. Auch ist die Wahrscheinlichkeit, Langzeitschäden durch eine erfolgte Infektion davonzutragen, nicht sehr hoch.

Ein Impfstoff gegen FMSE

Gegen FMSE gibt es einen Impfstoff. Empfohlen wird dieser in erster Linie in FMSE-Risikogebieten. Schon Kinder können sich ab ihrem 1. Geburtstag impfen lassen. Sprich mit deinem Kinderarzt darüber und wäge ab, ob eine Impfung in einem so frühen Alter tatsächlich schon notwendig ist.

Die Zeckenimpfung besteht aus zwei Sitzungen im Abstand von 1-3 Monaten. Wird 5-12 Monate später die Impfung aufgefrischt, hält der Impfschutz etwa 3 Jahre.

Steht eine Reise in ein FMSE-Risikogebiet bevor oder machen andere Gründe eine Schnellimmunisierung notwendig, gibt es die Möglichkeit binnen 2 Monaten einen Impfschutz zu erlangen. Hier jedoch besteht keine Langzeitwirkung.

Als natürliche Alternative zur Zeckenimpfung wird gerne die sogenannte Zeckenbissfieber-Nosode empfohlen. Hierzu mehr im Beitrag zur Zeckenprophylaxe.

Und wer zahlt die Zeckenimpfung? Wenn du in einem FMSE-Risikogebiet lebst, übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Bei Reisen in Gebiete, die ein hohes Risiko bergen, einen Zeckenbiss zu bekommen, kann die Krankenkasse die Kosten auf freiwilliger Basis übernehmen.

Kein Impfstoff schützt vor Borreliose

Wesentlich schneller als an FMSE kann dein Kind an Lyme-Borreliose erkranken. Schätzungen zufolge sind 5-35% aller Zecken mit Borrelien infiziert. Das sind Bakterien, die deshalb so gefährlich sind, weil von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit Wochen oder gar Jahre vergehen können. Auch das genaue Krankheitsbild kann sehr unterschiedlich ausfallen, sodass Borreliose womöglich lange unbemerkt bleibt.

Bemerkbar machen kann sich die Borreliose über die Haut, das Nervensystem oder auch über die Gelenke.

Einen Impfstoff gibt es hier leider nicht, sodass einzig eine gute Zeckenprophylaxe bzw. ein geeigneter Zeckenschutz für Kinder einer Infektion mit den gemeinen Borrelien-Bakterien vorbeugen kann.

Diese Anzeichen deuten auf eine Borreliose hin

Beobachte die Einstichstelle der Zecke gut. Bekommt dein Kind 4-6 Wochen nach dem Zeckenbiss Fieber oder entdeckst du einen rötlichen Ring um die Bissstelle, kann dies auf eine Borreliose hindeuten. Bei der Hautrötung, die mal einem Ring, mal einem Fleck in Größe einer 2-Euro-Münze ähnelt, handelt es sich zum die sogenannte Wanderröte. Dieser Fleck wandert nämlich tatsächlich langsam zur Körpermitte hin. Du wirst den Fleck sehen, aber spüren wird ihn dein Kind womöglich kaum, da er nur gelegentlich leicht juckt.

Entdeckst du einen solchen Fleck oder zeigt dein Kind grippeähnliche Symptome im Anschluss an einen Zeckenbiss, solltest du auf jeden Fall den Kinderarzt aufsuchen! Eine Borreliose ist schwer zu behandeln und nimmt viel Zeit in Anspruch, daher solltest möglichst sofort nach Erkennen damit begonnen werden.

Schon gruselig, was so ein kleiner Parasit im Körper deines Kindes anrichten kann, findest du nicht? Im nächsten Beitrag verrate ich dir, was du alles tun kannst, dass es erst gar nicht zu einem Zeckenbiss kommt.

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